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Jetzt läuft’s: Alltag im Popup Office

Ja, das sollte eigentlich bereits an Tag zwei der Fall sein – oder zumindest am Ende unserer ersten Woche im Popup Office in Kapstadt. Doch es wurde ja bereits mehr als deutlich: Erst das Ankommen, Einrichten und die schlechte Internetverbindung, dann der Einbruch – das alles hat uns Zeit gekostet. Jetzt aber ist es soweit: Wir sind im Flow. Und es zeigt sich: Die Idee, in einem Haus mit Meerblick und 7 tollen Kollegen zu leben und zu arbeiten: Großartig. Wenn man ein paar Dinge berücksichtigt.

Goldwert: Ein funktionierendes Netzwerk

Der Einbruch hat nicht nur Zeit, sondern auch Nerven gekostet, klar. Vor allem natürlich diejenigen, die plötzlich ohne Rechner und weiteres Equipment waren, denn es war schnell klar, dass wir hier nicht so schnell wie erhofft an Ersatzrechner kommen – seien es Rentals oder solche, die wir aus Deutschland schicken lassen. Doch hat sich hier wieder einmal gezeigt: Ein funktionierendes Netzwerk ist goldwert. Und, egal wo auf der Welt, unerlässlich.

Die Hilfsbereitschaft vor Ort: Unfassbar groß

Das Netzwerk vor Ort hat uns wirklich beeindruckt. So viele Menschen, die sich betroffen zeigten, Nachrichten schrieben, Hilfe anboten und mithalfen, uns wieder arbeitsfähig zu machen. So hat beispielsweise ein Freund der Agentur, der vor vielen Jahren mit den Kollegen in Reutlingen zusammenarbeitete und mittlerweile einen Coworking Space in Kapstadt betreibt, sein Netzwerk aktiviert, so dass wir bereits nach zwei Tagen die Arbeit wieder aufnehmen konnten.

Und auch zu Hause helfen alle mit

In dieser Situation hat sich zudem auch gezeigt, was wohl der große Unterschied zwischen einer Agentur, die Remote arbeitet, und einem „einzelnen“ Digitalnomaden ist: Unsere Kollegen und Chefs zu Hause haben uns den Rücken freigehalten. Und zwar bedingungslos. Kunden wurden informiert, Termine übernommen. Alles, damit wir schnell wieder auf die Beine kommen. Und auch Ersatzrechner sind jetzt auf dem Weg. Das Team zu Hause hat alles in Windeseile aufgesetzt und verschickt. Dass sie noch nicht da sind, liegt nur noch am Zoll. Aber es ist nur noch eine Frage von Stunden.

Alltag im Popup Office

Nach so vielen Turbulenzen haben wir ihn schon fast herbeigesehnt: Unseren Alltag. Jetzt ist er eingekehrt. Und wir sind uns hier wohl alle einig: Das ist positiv – und wohl auch eines der größeren Learnings, die wir nach zwei Wochen aus unserem Experiment ziehen können: Eine gewisse Routine ist wichtig. Auch, wenn sie man sie oft als langweilig bezeichnet. Die Routine ist es jedoch, die einem den Rücken (der übrigens auf einer Poolliege nicht besser wird und auf einem Bürostuhl wohl besser aufgehoben ist) freihält, um seinen Job machen zu können – ohne dass man es wahrnimmt.

Remote-Arbeiten als Agentur: Es funktioniert

Wir freuen uns also, dass der Alltag eingekehrt ist, wir arbeiten nun produktiv und wie „daheim“. Es läuft. Und auch an die vielen Calls haben wir uns gewöhnt. Zumal Kollegen wie Kunden diese Arbeitsweise – nicht erst jetzt Rahmen des Popup Office, sondern auch bereits zuvor – von uns gewohnt sind. Wir sind eingespielt und es stellt sich ein gutes Gefühl ein: Das Experiment glückt. Remote-Arbeiten, auch als Agentur, funktioniert.

Mit einer Ausnahme

Trotz unendlicher Vernetzung gibt es Situationen, in denen man sich einfach gemeinsam in einem Raum befinden sollte. Deshalb ist unsere Kreativdirektorin am vergangenen Wochenende für einen Workshop in Deutschland abgereist. Zumindest für den Moment. Doch ist dies keine Entscheidung gegen unser Experiment gewesen – nur eine Ausprägung dessen, wie wichtig Flexibilität in unserem Job einfach ist. Und die Tatsache, dass wir heute alle so flexibel arbeiten können ist überwältigend – und inspirierend. Und es zeigt: Alles ist möglich. Man muss nur in den Flieger steigen.

Mehr Work als Vacation?

Das Popup Office zeigt uns tatsächlich: Alles ist möglich, ja. Wir haben aber festgestellt: Erst, wenn „Work“ läuft, funktioniert auch „Vacation“. Das Potenzial, eine ausgewogene Mischung zu finden, ist hier zwar groß – vor allem an einem Ort, von dem man weiß, dass man ihn nur für einen Monat besucht und den man unbedingt entdecken will. Die Eigenverantwortung, die das mit sich bringt, ist jedoch nicht zu unterschätzen:Ja, die Ablenkung, die vor der Tür lauert, ist groß. Und unsere Bilder und Videos mögen den Eindruck erwecken, dass es doch mehr ein Urlaub ist. Die Realität ist aber eine andere: Der Feierabend. Er kommt irgendwie nicht. Und das liegt dann eben doch wieder an der fließenden Grenze, die ein Haus mit sich bringt, in dem man rund um die Uhr mit Kollegen lebt und arbeitet.

Heißt konkret: Wir arbeiten hier sogar mehr. Auch, wenn es einen den ganzen Tag rauszieht und man das Land erkunden möchte. An den Strand gehen, mit dem Auto drauflosfahren. Aber nein: Fast täglich ist es – übrigens wie aus dem Nichts – 20:30 Uhr und noch immer sitzen sechs Kollegen vor dem Computer. Und doch stört es irgendwie nicht. Der Blick aufs Meer, ein kühles Bier neben dem Rechner und die gute Stimmung im Team bleiben. Das ist dann wohl das, was Workation wirklich bedeutet. Und wir haben ja auch immer noch das Wochenende. Hier finden dann die „großen“ Aktivitäten statt. Und zwar so richtig:

Vorfreude auf alles, was noch kommt

Die Zeit rast. Jeden Tag. Das liegt wohl daran, dass es schön ist. Und Spaß macht. Und eine tolle Erfahrung ist. Und ich bin sicher: Jeder meiner Kollegen hier würde das unterschreiben. Und auch, dass wir hier unfassbar viel lernen. Über unsere Arbeitsweise, über uns persönlich und als Agentur. Vor allem aber lernen wir auch uns untereinander viel besser kennen. Der Teamzusammenhalt ist enorm, es gibt keine Streitereien, wir regeln alles gemeinsam und konstruktiv. Und wir haben hier natürlich auch eine Menge Spaß. Und dass wir jetzt – anders als zu Hause – auch noch unsere Freizeit gemeinsam verbringen, schweißt uns noch mehr zusammen. Und deshalb freuen wir uns, dass es noch eine Weile weiter geht: Im Popup Office unter Palmen.