Island – ein Land der Gegensätze

Island – ein Land der Gegensätze


Mit knapp 103.100 Quadratkilometer ist Island in etwa so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Trotz seiner geringen Größe ist es eines der einzigartigsten und beeindruckendsten Länder dieser Welt. Im POPUP21 durften wir die Vulkaninsel vier Wochen lang unser zu Hause nennen. Vier Wochen, in denen wir jede Möglichkeit genutzt haben, auf Erkundungstour zu gehen. Von der Halbinsel Snæfellsnes, über den Golden Circle bis hin zu Thermalquellen – wir kamen aus dem Staunen kaum heraus.

Was uns am meisten in Erinnerung geblieben ist? Island ist ein Land der Elemente, die regelrecht um ihren Platz kämpfen. Feuer, Wasser, Erde und Luft zeigen sich in den unterschiedlichsten Formen. Hier ein Vulkan, dort ein Gletscher, Gräben zwischen tektonischen Platten und starke Winde – die jüngste europäische Insel steht nie still. 

Feuer

Auf Island gibt es rund 130 Vulkane, 30 davon sind aktiv. Seit wenigen Monaten beeindrucken spektakuläre Drohnenaufnahmen vom Vulkan Fagradalsfjall, der 40 km von Reykjavík entfernt Lava in die Luft spuckt, die ganze Welt. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen, dieses Naturschauspiel genauer unter die Lupe zu nehmen. Am Vulkan angekommen wurden wir von einem heiß dampfenden, schwarzen Lavafeld begrüßt, das einen strengen Geruch nach Wunderkerzen verbreitet. Auch wenn wir uns an der erkaltenden Lavazunge kaum satt sehen konnten, haben wir unsere Rucksäcke enger geschnallt und sind einen steilen Berg hinaufgestiegen, um einen ungestörten Blick auf den Vulkan zu erhalten. Hier war Teamwork gefragt: Bei viel Wind und Geröll mussten wir uns oft aneinander festhalten. Oben angekommen wurden wir mit einer ungestörten Aussicht auf den brodelnden Krater belohnt: Heißes Magma, das im Kessel schwappt und in Lavaströmen die Seite hinab läuft. Eine riesige Rauchwolke, die noch kilometerweit zu sehen ist. Und unsere Popup Crew, die beeindruckt von dieser Naturgewalt den Blick nicht abwenden kann. 

Wasser

Die nordische Insel ist nicht nur umgeben von kaltem Wasser. Auch ihre Erdoberfläche ist zu ungefähr elf Prozent mit Eis bedeckt – wie zum Beispiel durch den Vatnajökull, den größten Gletscher Europas. Doch tief unter dem Eis brodelt es heiß. Unter der Erdoberfläche verlaufen überall Magmaströme und sorgen dafür, dass an vielerlei Stellen heißes Wasser aus der Erde strömt. Damit wird ein Großteil der Warmwasserversorgung des Landes auf natürliche Weise abgedeckt. Allerdings führen die schwefelhaltigen Mineralstoffe im Wasser dazu, dass eine heiße Dusche stets nach faulen Eiern riecht. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen. 

Neben der Energieversorgung werden die geothermalen Quellen auch zum Backen von Brot oder zur Erholung genutzt. Überall im Land gibt es zahlreiche Thermalbäder sowie natürlich heiße Thermalbecken- und flüsse, die zu einem herrlich entspannten Bad einladen. Das mussten wir natürlich ausprobieren und haben der Blauen Lagune – dem wohl bekanntesten Thermalbad Islands – einen ausgiebigen Besuch abgestattet. Das hellblaue Wasser ist ein absoluter Hingucker und bildet einen starken Kontrast zu dem umliegenden schwarzen Vulkangestein. Deutlich naturbelassener war jedoch unsere Wanderung zum “Reykjadalur Hot Spring Thermal River”: Ein warmer Fluss umgeben von atemberaubender Landschaft – einfach unbeschreiblich.

Doch nicht überall fließt das heiße Wasser so entspannt wie hier. Tausende malerische Wasserfälle auf der Insel laden zum Staunen ein und Geysire wie der berühmte Strokkur schießen alle paar Minuten kochend heißes Wasser in die Luft.

Erde

Island liegt an der Grenze der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte. Durch das kontinuierliche Auseinanderdriften der Platten bilden sich imposante Spalten, Risse und Gräben in der Erdoberfläche und verändern das Landschaftsbild. Im Nationalpark Thingvellir konnten wir sogar einen Spaziergang zwischen den Kontinenten unternehmen: In der Almannagjá-Schlucht läuft man zwischen steilen Felswänden zum Öxarárfoss Wasserfall und wird mit einem endlosen Blick auf die Ebene des Nationalparks mit seinen gewundenen Flüssen belohnt. Diese Weite schafft Freiheit für die eigenen Gedanken und Platz, um sich auf die überwältigenden Eindrücke einzulassen.

Luft

Über die Insel fegt gefühlt die ganze Zeit ein starker Wind, der sich schnell zu einem heftigen Sturm aufbauen kann. Egal ob an der Küste oder hoch oben auf einem Berg, nicht selten sind wir ins Straucheln gekommen oder mussten unserer Mütze hinterher jagen, die uns aus den Händen gerissen wurde. Durch den nimmermüden Wind atmet man auf Island jedoch eine unglaublich klare und saubere Luft ein, die oftmals einen weiten Blick von hunderten Kilometern erlaubt. So können wir auf unserem Arbeitsweg nicht nur das Meer, sondern auch den weit entfernten Gletscher Snaæfellsjökull bewundern. Schöner geht es kaum.

Vier Elemente, viele Eindrücke, ein wundervolles Land

Island ist nicht nur ein Paradies für FotografInnen, NaturliebhaberInnen, Reiselustige und Wanderer. Für uns war es vor allem ein Energiebooster. Nach vielen tristen Monaten im deutschen Corona-Winter war die Vulkaninsel ein frischer Wind, der neue Ideen, Motivation, und vor allem einen erweiterten Horizont mit sich brachte. Doch unsere Workation neigt sich dem Ende zu und es heißt Koffer packen, sich von Jökulá verabschieden und Island “Tschüss” sagen. Wir freuen uns, tausende Fotos, einen Sack voll Erfahrungen und Eindrücke, neue Energie und außergewöhnliche Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Island und seine Natur bleiben uns im Herzen und schaffen Inspiration für unseren Alltag – lang über das Popup Office hinaus.

Mirjam, UX Designer

Amelie, Communication Manager

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